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So lustig ein Schnuller mit Schnurrbart auch aussieht: Irgendwann ist Schluss. Die Frage ist nur, wann – und da sind sich die Fachleute nicht ganz einig.
Ab wann sollte der Schnuller weg?
Die Empfehlungen reichen weit auseinander:
| Wer | Empfehlung |
|---|---|
| Bayerische Landeszahnärztekammer | spätestens mit 3 Jahren kein Schnuller und keine Flasche mehr |
| Bundeszahnärztekammer (Hinweise für Eltern, 2021) | mit dem 2. Geburtstag soll Schluss sein |
| kindergesundheit-info.de (BIÖG) | nach dem 1. Geburtstag möglichst nicht mehr |
| Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (Meldung 2004) | abgewöhnen schon mit etwa 7 Monaten, Frühgeborene bis zum 1. Geburtstag |
Gemeinsam ist allen: Je länger und häufiger genuckelt wird, desto größer das Risiko für Zahn- und Kieferfehlstellungen. Die Zahnärztekammer nennt vor allem den offenen Biss, bei dem sich die Schneidezähne beim Zubeißen nicht mehr berühren. Häufiges Nuckeln erhöht außerdem das Risiko für Mittelohrentzündungen.
Die Form macht einen Unterschied
Ein Schnuller sollte nicht rund und dick sein, rät die Zahnärztekammer. Eine Studie der Universität Witten/Herdecke (2011, beauftragt vom Hersteller Novatex) fand bei Kindern mit herkömmlichen Schnullern deutlich häufiger einen offenen Biss als bei Schnullern mit dünnem Saugerhals. Auch deshalb gilt: Ein lustiges Motiv auf einem kiefergerechten Markenschnuller ist die bessere Wahl als ein dicker Spaßschnuller für jeden Tag.
Sanft abgewöhnen: so klappt’s
- Schritt für Schritt: Erst tagsüber weglassen, dann nur noch zum Einschlafen, dann ganz.
- Ersatz anbieten: Kuscheltier, Lied, Ritual – etwas, das tröstet.
- Kein Druck: In stressigen Phasen (Umzug, Kita-Start, Geschwisterchen) lieber warten.
- Vorbild sein: Erklär deinem Kind, was passiert – Kinder machen besser mit, wenn sie verstehen.
Die Schnullerfee
Nach Elternberichten die verbreitetste Methode in Deutschland: Das Kind legt seinen Schnuller abends vors Fenster oder unters Kissen, nachts holt ihn die Schnullerfee und lässt ein kleines Geschenk da. Die Idee stammt, wie die Zahnfee, aus der angloamerikanischen Tradition. Je nach Familie übernehmen auch Osterhase oder Weihnachtsmann den Tausch.
Der Schnullerbaum
Noch feierlicher ist der Schnullerbaum. Kinder hängen ihren Schnuller an einen Baum – und können ihn jederzeit besuchen. Der Brauch kommt aus Dänemark; als ältester bekannter Schnullerbaum gilt laut aponet einer auf der Insel Thurø, der dort seit den 1920er-Jahren stehen soll.
Auch in Deutschland gibt es Schnullerbäume, zum Beispiel in Münster: Am Spielplatz Coerdeplatz steht seit 2005 eine Roteiche, in deren Krone die Kinder per Hubsteiger fahren dürfen. 2026 gibt es die Termine von Mai bis Oktober jeweils am ersten Mittwoch des Monats.
Lustiger Abschied: Wer einen Spaßschnuller mit Schnurrbart oder Kussmund hat, macht vor dem Abschied noch ein letztes Erinnerungsfoto. Das hängt dann in zwanzig Jahren auf der Hochzeitsfeier.
Quellen
Bayerische Landeszahnärztekammer: Gesunde Kinderzähne (2017) · Bundeszahnärztekammer: Hinweise für Eltern (2021) · kindergesundheit-info.de: FAQ Schnuller · Kinderärzte im Netz: Nuckeln macht Zähne und Kiefer krank (2004) · Universität Witten/Herdecke via idw (2011) · Wikipedia: Schnuller · aponet: Was Sie noch nicht über Schnuller wissen (2012) · Stadt Münster: Schnullerbaum.
Häufige Fragen
Wann sollte man den Schnuller abgewöhnen?
Die Empfehlungen reichen von etwa 7 Monaten (BVKJ, 2004) über „nach dem 1. Geburtstag möglichst nicht mehr“ (kindergesundheit-info.de) und „mit dem 2. Geburtstag“ (Bundeszahnärztekammer, 2021) bis „spätestens mit 3 Jahren“ (Bayerische Landeszahnärztekammer).
Was ist die Schnullerfee?
Ein Abgewöhn-Ritual: Das Kind legt den Schnuller abends bereit, nachts tauscht ihn die Schnullerfee gegen ein kleines Geschenk.
Wo gibt es einen Schnullerbaum?
Der Brauch stammt aus Dänemark. In Deutschland gibt es Schnullerbäume in vielen Städten, zum Beispiel in Münster am Coerdeplatz.



