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Sind lustige Schnuller sicher?

Was die Schnuller-Norm EN 1400 prüft, woran du Scherzartikel erkennst, warum Luftlöcher so wichtig sind – und die Checkliste für jeden Tag.

5 Min. LesezeitAktualisiert: 12.10.2026
KI-Bild: Hände ziehen prüfend an einem Schnuller, daneben ein Topf zum Auskochen
KI-Symbolbild
Inhalt
  1. Die Norm EN 1400: was sie prüft
  2. Warum die Luftlöcher so wichtig sind
  3. Scherzartikel oder Beruhigungssauger?
  4. Rückrufe bei Spaßschnullern
  5. Die Checkliste für jeden Tag
  6. Schnuller im Schlaf
  7. Häufige Fragen

Ein Schnuller mit Kussmund oder Schnurrbart bringt alle zum Lachen. Damit es dabei bleibt, muss er trotzdem ein richtiger Schnuller sein. Die gute Nachricht: Viele lustige Schnuller sind genau das – Markenschnuller mit lustigem Motiv auf dem Schild. Die schlechte: Nicht alles, was wie ein Schnuller aussieht, ist auch einer.

Die Norm EN 1400: was sie prüft

Für Schnuller gibt es in Europa eine eigene Sicherheitsnorm, die EN 1400. Aktuell gilt in Deutschland die Fassung DIN EN 1400:2018-11. Sie legt Mindestanforderungen fest, damit Kinder nichts verschlucken oder daran ersticken können, und regelt die Prüfverfahren.

Die Stiftung Warentest hat für ihren Test vom April 2026 beschrieben, was dabei unter die Lupe kommt:

  • Maße: Größe von Sauger, Schild und Ring – das Schild muss so groß sein, dass der Schnuller nicht ganz in den Mund rutscht.
  • Luftlöcher: Größe und Anordnung der Löcher im Schild.
  • Belastung: Fallgewicht, Durchstechen, Reißen, Beißen und Ziehen – auch nach den Belastungstests darf sich nichts lösen.
  • Chemie: Schwermetalle, Nitrosamine, Bisphenol A und weitere Stoffe.
  • Warnhinweise: auf Verpackung und Gebrauchsanleitung.

Im Test 2026 bestanden alle 13 Silikonschnuller die mechanischen Prüfungen. Abgewertet wurden einzelne Modelle trotzdem: eines wegen zu kleiner Luftlöcher, eines wegen Nitrosaminen knapp unter dem Grenzwert, und ein bei Shein gekauftes Modell hatte gar keine Warnhinweise.

Warum die Luftlöcher so wichtig sind

Die Löcher im Schild sind keine Deko. Sie sollen dafür sorgen, dass ein Kind weiteratmen kann, falls der Schnuller doch einmal in Mund oder Rachen gerät. Genau hier liegt das Risiko bei manchen Spaßschnullern: Wenn ein Motiv das ganze Schild bedeckt – etwa riesige Lippen –, fehlen womöglich die Löcher.

Die irische Verbraucherbehörde CCPC warnte im Dezember 2025 vor einem Lippen-Schnuller, der über den Shein-Marktplatz verkauft wurde: zu wenige Belüftungslöcher, Erstickungsgefahr. Eltern sollten ihn sofort nicht mehr verwenden.

Scherzartikel oder Beruhigungssauger?

Rechtlich ist ein Schnuller kein Spielzeug. Dekorative Artikel für Feiern sind es auch nicht. Für einen echten Schnuller gilt die Schnullernorm – für einen Gag-Artikel in Schnullerform nicht unbedingt. Deshalb schauen wir bei jedem Schnuller auf drei Fragen:

  1. Nennt der Anbieter die EN 1400? Dann steht bei uns das grüne Abzeichen EN 1400.
  2. Bezeichnet er das Produkt als Scherzartikel oder gibt ein Alter wie „ab 14 Jahren“ an? Dann ist es Kostümzubehör – Nur für Fotos.
  3. Gibt es einen Hersteller mit EU-Adresse und vollständige Warnhinweise? Bei No-Name-Ware fehlt das oft.

Unsere Faustregel: Motiv auf dem Schild, Luftlöcher frei, Norm angegeben – dann ist der lustige Schnuller ein ganz normaler Schnuller. Große Spaßschnuller ohne Normangabe sind super für Fotos und Fasching – aber nur kurz und unter Aufsicht. Zum Einschlafen gibst du immer einen geprüften Schnuller.

Rückrufe bei Spaßschnullern

Dass Vorsicht bei Gag-Schnullern kein Schwarzmalen ist, zeigen behördliche Rückrufe:

  • Fred & Friends „Chill Baby“ (2014): Die US-Verbraucherschutzbehörde CPSC und Health Canada riefen drei Modelle zurück – „Artiste“ mit Bart, „Volume“ mit Lautstärkeknopf und „Panic“ mit rotem Knopf. Der Bart von „Artiste“ und der Knopf von „Volume“ konnten sich lösen, bei „Volume“ und „Panic“ waren die Luftlöcher im Schild zu klein.
  • Billy-Bob „Little Vampire“ (2017): Health Canada stellte bei einer Stichprobe fest, dass sich der Griff lösen und ein Kleinteil entstehen kann.
  • Lippen-Schnuller vom Shein-Marktplatz (2025): die oben genannte Warnung aus Irland.

Die betroffenen Modelle zeigen wir nicht in unserer Galerie. Ob ein Produkt zurückgerufen wurde, kannst du im EU-Portal Safety Gate sowie bei Health Canada und der US-Behörde CPSC nachsehen.

Die Checkliste für jeden Tag

  • Vor jedem Gebrauch prüfen: Sauger in alle Richtungen ziehen. Bei Loch, Riss oder tiefen Bissspuren sofort wegwerfen.
  • Regelmäßig tauschen: Eine amtliche Frist gibt es nicht. Philips Avent empfiehlt alle vier Wochen, MAM und NUK alle ein bis zwei Monate, Öko-Test alle zwei bis drei Monate – bei Schäden sofort.
  • Nie um den Hals: Keine Kordel, kein Band um den Hals – Strangulationsgefahr. Nur kurze Schnullerhalter nach EN 12586, befestigt an der Kleidung (mehr dazu im Ratgeber Schnullerkette).
  • Nicht süßen: Keinen Honig, Sirup oder Zucker auf den Sauger.
  • Nicht ablecken: Ist der Schnuller heruntergefallen, mit einem sauberen Tuch abwischen oder auswaschen. Beim Ablecken gehen Kariesbakterien von dir aufs Kind über.
  • Regelmäßig reinigen: auskochen (mindestens fünf Minuten) oder im Vaporisator – so, wie der Hersteller es angibt. Von der Spülmaschine raten NUK und Öko-Test ab. Mehr im Ratgeber Schnuller reinigen.
  • Nicht in die Sonne legen und nicht neben Heizquellen lagern.

Schnuller im Schlaf

Ein Schnuller beim Einschlafen kann laut kindergesundheit-info.de das Risiko des plötzlichen Kindstods senken. Biete ihn erst an, wenn das Stillen gut eingespielt ist, also frühestens nach zwei bis drei Wochen. Zwinge dein Kind nicht, und schieb einen herausgefallenen Schnuller im Schlaf nicht wieder hinein.

KI-BildSprüche

Metal Kids „born to rock“

Metal Kids

Schwarzes Schild, weiße Schrift, klare Ansage: Dieses Baby ist „born to rock“ – und laut Angebot die Norm EN 1400 im Gepäck.

EN 1400SilikonGröße 2, 6–18 Monate
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KI-BildLeuchten

BIBS Colour GLOW

BIBS

Rundes Schild, runder Sauger, leuchtender Griff – der dänische Klassiker geht in die Nachtschicht.

EN 1400Naturkautschuk (Latex)6–18 Monate
Steckbrief →Amazon (Werbelink)

Diese Schnuller tragen laut Anbieter die EN 1400.

Quellen

DIN Media: DIN EN 1400:2018-11 · Stiftung Warentest: Schnuller im Sicherheitstest (23.04.2026) und Prüfmethode · CCPC Irland: Product Safety Information Notice „Pacifier Lips Soother“ (01.12.2025) · WKO: CE-Kennzeichnung Spielzeug · kindergesundheit-info.de (BIÖG): Sicherheitsregeln, Zahngesundheit, Schnuller und Kindstod · Kinderärzte im Netz: Schnuller nicht ablecken · Philips: Austausch von Schnullern (Herstellerangabe) · CPSC: Fred & Friends Recalls Infant Pacifiers (30.01.2014) · Health Canada: Billy Bob Teeth Inc. recalls Little Vampire pacifiers (02.03.2017).

Häufige Fragen

Sind lustige Schnuller gefährlich?

Nicht grundsätzlich. Viele Motivschnuller sind normale Markenschnuller nach EN 1400 mit lustigem Aufdruck. Vorsicht ist bei großen Spaßschnullern ohne Normangabe geboten, bei denen das Motiv die Luftlöcher verdeckt – die sind eher für Fotos gedacht.

Woran erkenne ich einen geprüften Schnuller?

Am Hinweis auf die Norm EN 1400 auf Verpackung oder im Angebot, an vollständigen Warnhinweisen und an einem Hersteller mit Adresse in der EU. Das Schild hat Luftlöcher und ist größer als der Mund des Babys.

Wie oft sollte man Schnuller wechseln?

Eine amtliche Frist gibt es nicht. Philips Avent empfiehlt alle vier Wochen, MAM und NUK alle ein bis zwei Monate, Öko-Test alle zwei bis drei Monate. Bei Rissen, Löchern oder Bissspuren gehört der Schnuller sofort in den Müll.

Darf ich einen Kostüm-Schnuller meinem Baby geben?

Nein. Kostümschnuller mit Altersangaben wie „ab 14“ oder „ab 16 Jahren“ sind Faschingszubehör für Erwachsene und kein Beruhigungssauger.