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Ein Schnuller verbringt seinen Tag im Mund, in der Hand, auf dem Sofa und gelegentlich auf dem Supermarktboden. Kein Wunder, dass er regelmäßig eine Wellnesskur braucht. Die gute Nachricht: Es gibt mehrere Wege, und keiner ist kompliziert. Die weniger gute: Die Fachleute sind sich bei der Häufigkeit nicht ganz einig. Hier bekommst du, was belegt ist – und wo die Empfehlungen auseinandergehen.
Vor dem ersten Einsatz: einmal auskochen
Ein neuer Schnuller kommt nicht direkt aus der Packung in den Mund. Philips Avent schreibt in seiner Gebrauchsanleitung vor, ihn vor dem ersten Gebrauch fünf Minuten in kochendes Wasser zu legen, abkühlen zu lassen und danach das Wasser aus dem Sauger zu drücken. Auch Öko-Test rät, neue Schnuller vorsorglich auszukochen – auch bei größeren Babys und Kleinkindern.
Wie oft reinigen? Die Empfehlungen im Vergleich
Hier wird es spannend, denn je nach Quelle hörst du etwas anderes:
| Quelle | Empfehlung |
|---|---|
| Bayerische Landeszahnärztekammer | Mindestens einmal täglich gründlich von Bakterien befreien – auskochen, Spülmaschine (70-Grad-Programm) oder Vaporisator |
| Hebamme im Deutschen Hebammenverband (bei Öko-Test) | In den ersten vier Lebensmonaten einmal täglich auskochen, ab dem fünften Monat zweimal pro Woche, dazwischen mit heißem Wasser und wenig Spülmittel reinigen |
| Philips (Hersteller) | Bis sechs Monate täglich sterilisieren; danach reicht laut Ratgeber weniger |
| Philips-Gebrauchsanleitung | Vor jedem Gebrauch mit warmem Wasser und milder Seife reinigen, keine Scheuermittel |
Gemeinsamer Nenner: In den ersten Lebensmonaten täglich gründlich, zwischendurch abwaschen. Bei Frühchen und Babys mit schwachem Immunsystem gilt die tägliche Regel laut Öko-Test besonders streng. Wenn dein Kinderarzt oder deine Hebamme für dein Kind etwas anderes rät, hat das Vorrang.
Die Methoden im Überblick
Auskochen im Topf
Der Klassiker, für den du nichts kaufen musst. Öko-Test empfiehlt mindestens fünf, besser zehn Minuten in sprudelnd kochendem Wasser; Philips nennt fünf bis zehn Minuten. So klappt es:
- Schnuller unter fließendem Wasser abspülen.
- Den Sauger zusammendrücken, damit die Luft rausgeht – sonst schwimmt er oben.
- In einem sauberen Topf vollständig mit Wasser bedeckt kochen.
- Auf einem sauberen Geschirrtuch abkühlen lassen und vor dem Einsatz das Wasser aus dem Sauger drücken.
Vaporisator (Dampfsterilisator)
Schnell und bequem, besonders wenn du ohnehin Fläschchen sterilisierst. Laut Öko-Test aber kein Muss – der Topf auf dem Herd tut es genauso. Auch manche Dampfgarer haben ein eigenes Sterilisationsprogramm, schreibt die Bayerische Landeszahnärztekammer.
Spülmaschine
Hier widersprechen sich die Quellen. Die Bayerische Landeszahnärztekammer nennt die Spülmaschine mit 70-Grad-Programm als Möglichkeit. NUK schreibt in seinem Schnuller-Ratgeber ausdrücklich, Schnuller nie in den Geschirrspüler zu legen, und Öko-Test hält sie für ungeeignet, weil die Temperatur nicht zuverlässig alle Keime abtötet und die Spülmittel den Kunststoff angreifen. Unser Rat: Lass den Schnuller nicht in die Spülmaschine. Für die tägliche Reinigung reichen heißes Wasser und wenig Spülmittel, für das gründliche Sterilisieren nimmst du Topf, Dampf oder die Mikrowellen-Box.
Mikrowellen-Box und Sterilisierbeutel
Praktisch für unterwegs und den Urlaub. Viele Schnuller kommen in einer Box, die gleichzeitig Sterilisator ist. Bei MAM etwa kommen 25 ml Wasser in die Box, dann drei Minuten bei 750 bis 1000 Watt für eine Box. Danach mindestens fünf Minuten abkühlen lassen – Box, Wasser und Schnuller können trotzdem noch sehr heiß sein. In der geschlossenen Box bleiben die Schnuller laut MAM bis zu 48 Stunden desinfiziert.
Wichtig: Jede Box funktioniert nur mit ihren eigenen Schnullern und nach ihrer eigenen Anleitung. Zu wenig Wasser, zu viel Watt oder falsche Zeit können Box und Schnuller beschädigen und die Desinfektion verhindern. MAM warnt außerdem: Ist die Mikrowelle verschmutzt, können Funken entstehen. Also erst die Mikrowelle sauber machen, dann den Schnuller.
Runtergefallen? Bitte nicht ablecken
Der Reflex ist menschlich: Schnuller fällt runter, kurz in den eigenen Mund, zurück ins Baby. Genau das raten kindergesundheit-info.de, die Kinderärzte im Netz und die Bayerische Landeszahnärztekammer ab. Der Grund sind Kariesbakterien: Sie kommen im Mund von Babys natürlicherweise nicht vor und werden meist von den Eltern übertragen – schon, wenn du den Schnuller mit dem Mund befeuchtest.
- Zu Hause: abspülen oder auskochen.
- Unterwegs: mit einem sauberen Tuch abwischen oder gegen einen Ersatzschnuller tauschen. Öko-Test rät, einen Schnuller, der draußen auf dem Boden lag, zu Hause auszukochen – unabhängig vom Alter.
- Nie süßen: Kein Honig, Sirup oder Zucker auf den Sauger, auch nicht „nur zum Einschlafen“. Mehr dazu im Ratgeber Schnuller und Zähne.
Richtig lagern
- Hände waschen und Flächen sauber machen, bevor du sterilisierte Schnuller anfasst – das steht so in der Philips-Anleitung.
- Trocken und geschützt aufbewahren, zum Beispiel in der Schnullerbox. Die Box selbst gehört außer Reichweite von Kindern.
- Keine Sonne, keine Heizung: Direktes Sonnenlicht und Wärmequellen können das Material angreifen.
- Sterilisierlösungen (Kaltsterilisation) nur so lange wie angegeben – längeres Einweichen kann den Sauger schwächen.
Wann der Schnuller in den Müll gehört
Putzen macht einen Schnuller sauber, aber nicht unsterblich. Stiftung Warentest rät, ihn vor jedem Gebrauch in alle Richtungen zu ziehen und bei Loch, Riss oder deutlichen Bissspuren zu ersetzen. Öko-Test sagt es noch knapper: Schon mit einem kleinen Riss ist er ein Fall für den Müll.
Ein amtliches Austauschintervall gibt es nicht. Philips Avent empfiehlt, Schnuller alle vier Wochen zu ersetzen, MAM und NUK nennen alle ein bis zwei Monate; Öko-Test nennt alle zwei bis drei Monate, weil das Material mit der Zeit spröde wird. Das gilt auch, wenn das lustige Motiv auf dem Schild noch prima aussieht – entscheidend ist der Sauger. Alles Weitere zur Sicherheit findest du im Ratgeber Sind lustige Schnuller sicher?.
Für lustige Schnuller gilt dasselbe: Ein Motivschnuller nach EN 1400 wird genauso gereinigt wie jeder andere. Prüf aber in der Anleitung, ob Auskochen erlaubt ist – Aufdrucke und Material sind nicht bei jedem Hersteller gleich. Zum Material lies auch Latex oder Silikon?.
Quellen
Bayerische Landeszahnärztekammer: Gesunde Kinderzähne (2017) · Öko-Test: Schnuller abkochen (18.08.2023) und Silikonschnuller im Test (2022) · Philips: Methoden zum Schnuller auskochen (05.05.2025), Gebrauchsanleitung Schnuller/Sterilisierbox, Austausch von Schnullern (Herstellerangaben) · MAM: Gebrauchshinweise Sterilisierbox (2025, Herstellerangabe) · kindergesundheit-info.de (BIÖG): So bleiben Kinderzähne gesund (27.04.2026), Wie Zahnkaries entsteht · Kinderärzte im Netz (BVKJ): Schnuller des Babys nicht ablecken · Stiftung Warentest: Schnuller im Sicherheitstest (23.04.2026).
Häufige Fragen
Wie lange muss ich einen Schnuller auskochen?
Öko-Test empfiehlt mindestens fünf, besser zehn Minuten in sprudelnd kochendem Wasser, Philips nennt fünf bis zehn Minuten. Vorher die Luft aus dem Sauger drücken und danach auf einem sauberen Tuch abkühlen lassen.
Wie oft sollte ich den Schnuller sterilisieren?
In den ersten Lebensmonaten täglich. Eine Hebamme des Deutschen Hebammenverbands nennt bei Öko-Test ab dem fünften Monat zweimal pro Woche, die Bayerische Landeszahnärztekammer rät weiterhin zu täglich. Zwischendurch reicht heißes Wasser mit wenig Spülmittel.
Darf der Schnuller in die Spülmaschine?
Besser nicht. NUK rät ausdrücklich davon ab, und Öko-Test hält die Spülmaschine für ungeeignet, weil die Temperatur nicht alle Keime abtötet und die Spülmittel den Kunststoff angreifen. Die Bayerische Landeszahnärztekammer nennt zwar das 70-Grad-Programm, wir empfehlen aber Topf, Vaporisator oder Mikrowellen-Box.
Ist Ablecken wirklich so schlimm?
Ja, Fachstellen raten klar davon ab: Beim Ablecken gelangen Kariesbakterien aus deinem Mund zum Baby. Besser abspülen, mit einem sauberen Tuch abwischen oder einen Ersatzschnuller nehmen.



