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Im Drogerieregal sieht es aus wie bei einer Kleidergrößen-Tabelle ohne Umrechnung: 0–6, 6–16, 6–18, 18+, 16–36 Monate, dazu „kiefergerecht“, „symmetrisch“ und „Kirschform“. Keine Sorge – das Prinzip ist einfacher, als die Verpackungen vermuten lassen.
Die Größen: nach Alter, aber je Hersteller anders
Schnuller werden nicht in Zentimetern verkauft, sondern nach Alter. Die Grenzen zieht jeder Hersteller selbst. So sieht es bei drei großen Marken aus (Stand Oktober 2026, laut Hersteller- und Händlerangaben):
| Marke | Neugeborene | Größe 1 | Größe 2 | Größe 3 |
|---|---|---|---|---|
| Philips Avent | 0–2 Monate | 0–6 Monate | 6–18 Monate | ab 18 Monaten |
| NUK | k. A. | 0–6 Monate | 6–18 Monate | 18–36 Monate |
| MAM | 0–2 Monate („Start“) | 0–6 Monate | 6–16 Monate | ab 16 Monaten |
Die Altersangabe ist also eine Orientierung, kein Naturgesetz. Stiftung Warentest erinnert daran, dass die Größe zum Alter passen muss – Form und Größe müssen stimmen, damit Babys den Schnuller ungefährdet nutzen können. Das Saugteil darf zum Beispiel nicht zu tief in den Rachen ragen, sonst droht ein Würgereiz. Bei den Modellen im Warentest-Test 2026 gaben die Hersteller ein Mindestalter von drei, fünf oder sechs Monaten an.
Faustregel: Lieber zu klein als zu groß. Öko-Test rät, für jüngere Babys auf jeden Fall die kleinste Größe zu wählen; kleinere Sauger belasten den Kiefer grundsätzlich weniger. Und: Nicht zwischen den Marken mischen, ohne aufs Etikett zu schauen – „Größe 2“ ist bei MAM etwas anderes als bei NUK.
Die Saugerformen
Im Handel begegnen dir drei Begriffe. Eine einheitliche Definition gibt es übrigens nicht – das halten selbst Fachleute in einer Übersichtsarbeit fest (Schmid und Kollegen, 2018). Grob unterscheidet man:
- Kiefergerecht (asymmetrisch): Der Sauger ist abgeflacht, oben anders geformt als unten, oft mit dünnem Hals. Die Idee stammt von den Zahnmedizinern Adolf Müller und Wilhelm Balters, die diese Form 1949 patentieren ließen – daraus wurde später die Marke NUK. Hier musst du auf die Richtung achten.
- Symmetrisch: Oben und unten gleich, oft ebenfalls flach mit dünnem Hals. Der Vorteil im Alltag: Er passt immer, egal wie herum er im Mund landet. Hersteller wie MAM bezeichnen auch ihre symmetrischen Sauger als „kiefergerecht“ – die Begriffe überschneiden sich also.
- Kirschform (rund): Ein runder, ballonartiger Sauger – die klassische Form, die du von vielen dänischen Naturkautschuk-Schnullern kennst.
Was sagen Zahnärzte? Die Bayerische Landeszahnärztekammer schreibt, ein Schnuller sollte nicht rund und dick sein, weil er sonst zu stark auf Kiefer und Schneidezähne drückt; es gebe Formen, die zur Kieferform passen. Öko-Test fasst zusammen: Zahnärzte empfehlen ein flaches Saugteil und einen dünnen Schaft.
Form und Zähne: was Studien zeigen
Hier lohnt ein ehrlicher Blick, denn auf Verpackungen klingt alles nach Zahnspange-Vorbeugung.
- Übersichtsarbeit 2018: Forschende der Universität Basel werteten 17 Studien aus. Ergebnis: Es gibt mäßige Belege, dass Schnullern mit einem offenen Biss (die Schneidezähne treffen sich nicht) und einem seitlichen Kreuzbiss zusammenhängt. Funktionelle bzw. kiefergerechte Schnuller führten in den Studien deutlich seltener zu offenem Biss als herkömmliche; zum Kreuzbiss fehlen dafür Belege. Die Einschränkung: 12 der 17 Studien hatten ein ernstes Verzerrungsrisiko, hochwertige Studien fehlen.
- Studie Witten/Herdecke 2011: Bei 121 Kindern im Alter von 16 Monaten hatten 38 % mit herkömmlichem Schnuller einen offenen Biss, 5 % mit einem Schnuller mit dünnem Saugerhals und 0 % ohne Schnuller. Beauftragt hatte die Studie ein Schnullerhersteller.
- Dauer zählt: Laut der Übersichtsarbeit spielen Dauer und Häufigkeit des Nuckelns eine wichtige Rolle. Auch kiefergerechte Schnuller sind laut Öko-Test Fremdkörper, die die Zahnstellung verändern können – meist vorübergehend.
Unterm Strich: Eine flache Form mit dünnem Hals ist nach heutigem Wissen die bessere Wahl. Wichtiger als jede Form ist aber, wie lange und wie oft dein Kind nuckelt. Mehr dazu im Ratgeber Schnuller und Zähne.
Das Schild: Platz für den Spaß – mit Regeln
Das Schild ist die Platte vor dem Mund, und genau dort sitzt bei lustigen Schnullern das Motiv: Kussmund, Schnurrbart, Tiergesicht. Für die Sicherheit zählen nach der Schnullernorm EN 1400 vor allem zwei Dinge, die Stiftung Warentest prüft:
- Größe von Schild und Ring: Das Schild muss so groß sein, dass der Schnuller nicht ganz in den Mund rutschen kann.
- Luftlöcher: Sie sollen das Atmen ermöglichen, falls der Schnuller doch einmal in den Mund gerät. Ein Modell fiel im Test 2026 genau deshalb durch.
Ob das Schild oval, rund oder geschwungen ist, ist dann vor allem Geschmackssache – und Sache deines Babys. Manche mögen große Schilde, andere schieben sie empört weg. Woran du einen geprüften Schnuller erkennst, steht im Ratgeber Sind lustige Schnuller sicher?.
Worauf du beim Kauf achtest
- Alter auf der Packung – und zwar beim Hersteller, den du kaufst.
- Flacher Sauger, dünner Hals, wenn du die Wahl hast.
- Norm EN 1400 und vollständige Warnhinweise.
- Material: Silikon oder Latex? Die Unterschiede erklärt der Ratgeber Latex oder Silikon.
- Unser Tipp: Hat dein Kind eine Form gefunden, die es mag, bleib dabei und steig nur bei der Größe auf – das erspart euch Diskussionen um zwei Uhr nachts.
- Größe hochstufen, wenn dein Kind die Altersgrenze erreicht – nicht aus Sparsamkeit beim kleinen bleiben, aber auch nicht vorgreifen.
KI-BildTiereDr. Brown’s Animal Faces (0–6 Monate)
Ein Tiergesicht auf dem Schild, ein ultradünner Sauger dahinter – Dr. Brown’s macht Niedlichkeit zahnarztfreundlich.
KI-BildTiereDr. Brown’s Animal Faces (6–18 Monate)
Die Tiergesichter wachsen mit: Dr. Brown’s Animal Faces in der Größe für 6 bis 18 Monate.
KI-BildTiereMAM Original Krokodil & Löwe
Ein Krokodil und ein Löwe im Doppelpack – gefährlich sieht hier nur das Motiv aus.
KI-BildTiereNUK First Choice Pinguin & Giraffe
Ein Pinguin und eine Giraffe – das ungleichste Freundespaar der Tierwelt teilt sich hier eine Packung.
Markenschnuller mit Tiermotiv in verschiedenen Größen – die Altersangabe steht jeweils in der Karte.
Quellen
Schmid KM et al.: The effect of pacifier sucking on orofacial structures – a systematic literature review, Progress in Orthodontics 2018 · Universität Witten/Herdecke: Pressemitteilung via idw (2011) · Bayerische Landeszahnärztekammer: Gesunde Kinderzähne (2017) · Stiftung Warentest: Schnuller im Sicherheitstest (23.04.2026) und Prüfmethode · Öko-Test: Silikonschnuller im Test (2022) · Philips: Schnuller-Übersicht (Herstellerangabe) · Produktangaben von NUK und MAM im Handel · Wikipedia: NUK (Marke).
Häufige Fragen
Welche Schnullergröße braucht mein Baby?
Die Größe richtet sich nach dem Alter auf der Packung. Meist gilt Größe 1 bis etwa sechs Monate, Größe 2 bis 16 oder 18 Monate, danach Größe 3. Die genauen Grenzen legt jeder Hersteller selbst fest.
Ist ein kiefergerechter Schnuller besser für die Zähne?
Studien zeigen, dass Schnuller mit flachem Sauger und dünnem Hals seltener zu einem offenen Biss führen als herkömmliche. Die Studienqualität ist aber begrenzt, und wie lange und wie oft dein Kind nuckelt, ist mindestens genauso wichtig.
Symmetrisch oder asymmetrisch – was ist der Unterschied?
Ein asymmetrischer Sauger ist oben und unten verschieden geformt und muss richtig herum im Mund liegen. Ein symmetrischer passt in jeder Lage. Beide Formen werden von Herstellern als kiefergerecht bezeichnet.



