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Zwei Uhr nachts, das Baby weint, der Schnuller ist weg. Irgendwo zwischen Matratze und Gitterstäben. Du tastest im Dunkeln – und fragst dich nebenbei, ob das Ding eigentlich überhaupt ins Babybett gehört. Kurze Antwort: ja, wenn du ein paar Regeln beachtest.
Schnuller und plötzlicher Kindstod
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) schreibt auf kindergesundheit-info.de: Es gibt Hinweise, dass ein Schnuller speziell zum Einschlafen das Risiko des plötzlichen Kindstods (SIDS) verringern kann. Als mögliche Erklärung gilt, dass Kinder mit Schnuller weniger tief schlafen und sich Unregelmäßigkeiten beim Atmen dadurch eher normalisieren. Wie genau der Effekt zustande kommt, ist nicht geklärt.
Zur Einordnung: Eine kieferorthopädische Übersichtsarbeit (Schmid und Kollegen, 2018) weist darauf hin, dass es dazu keine randomisierten Studien gibt und die Beweislage als schwach gilt. Und das BIÖG betont: Ein Kind ohne Schnuller hat nach der Studienlage kein höheres Risiko. Niemand muss also einen Schnuller erzwingen.
Die Regeln des BIÖG
- Zum Einschlafen anbieten, nicht aufdrängen. Will dein Baby ihn nicht, ist das in Ordnung.
- Bei jedem Einschlafen – also auch beim Mittagsschlaf, wenn ihr euch für den Schnuller entscheidet.
- Nicht zurückschieben. Fällt der Schnuller im Schlaf heraus, lässt du ihn draußen. Das ist laut BIÖG unproblematisch.
- Stillen zuerst. Bei Stillkindern erst, wenn das Stillen eingespielt ist – frühestens nach der zweiten bis dritten Lebenswoche. Auf familienplanung.de nennt das BIÖG „nach dem ersten Lebensmonat“. Mehr dazu im Ratgeber Schnuller und Stillen.
- Kein Band, keine Kette. Im Schlaf den Schnuller nicht mit einem Bändchen am Hals oder an der Kleidung befestigen – Strangulationsgefahr.
- Nie süßen. Kein Honig, kein Zucker – auch nicht als Einschlafhilfe.
Schnullerkette nachts ab: Tagsüber darf ein kurzer, geprüfter Schnullerhalter an der Kleidung hängen. Vor dem Schlafen kommt er ab – ohne Ausnahme. Mehr im Ratgeber Schnullerkette – aber sicher.
Die sichere Schlafumgebung
Der Schnuller ist nur ein kleiner Baustein. Viel mehr bewirken laut BIÖG diese Punkte:
- Rückenlage: Im ersten Lebensjahr immer auf den Rücken legen, nie auf den Bauch, auch nicht auf die Seite.
- Eigenes Bett im Elternschlafzimmer: im ersten Lebensjahr am besten im eigenen Bettchen bei euch im Zimmer.
- Schlafsack statt Decke: Der Halsausschnitt darf nicht größer sein als der Kopf.
- Leeres Bett: Feste, ebene Matratze. Kein Kopfkissen, kein Fell, kein Nestchen, keine Kuscheltiere oder kleinen Teile.
- Nicht zu warm: Ideal sind etwa 18 °C im Schlafraum. Keine Mütze im Haus, keine Wärmflasche im Bett.
- Rauchfrei: in der Schwangerschaft und rund ums Baby.
- Stillen: möglichst die ersten sechs Monate voll stillen.
- Nicht pucken: Festes Einwickeln kann laut familienplanung.de das Risiko erhöhen.
Und noch ein Punkt, der uns als Fans lustiger Schnuller wichtig ist: Zum Einschlafen gehört ein geprüfter Schnuller nach EN 1400. Spaßschnuller mit Lippen, Bart oder Zähnen sind nur für kurze Momente unter Aufsicht gedacht, etwa fürs Foto – nie zum Einschlafen. Woran du den Unterschied erkennst, steht im Ratgeber Sind lustige Schnuller sicher?.
Nachtleuchtende Schnuller: Hilfe für die Eltern
Hier kommt der Teil, der dir nachts Nerven spart. Nachtleuchtende Schnuller haben einen Knopf oder Griff mit Leuchtpigment. Das Pigment – meist Strontiumaluminat – nimmt tagsüber Licht auf und gibt es im Dunkeln als sanftes Glühen wieder ab. Ganz ohne Batterie und ohne radioaktive Leuchtfarbe. Der Zweck laut Hersteller MAM: Du findest den Schnuller im dunklen Bett schneller.
Für die Sicherheit gilt dieselbe Norm wie bei jedem anderen Schnuller; die EN 1400 unterscheidet nicht nach Leuchtfunktion. Das Leuchten ist also eine Hilfe für dich, nicht für dein Baby – das schläft hoffentlich ohnehin. Die Auswahl findest du in der Rubrik nachtleuchtende Schnuller, Hintergründe im Ratgeber Wie funktionieren Leuchtschnuller?.
Aufladen nicht vergessen: Leg den Schnuller tagsüber eine Weile ins Licht – aber nicht in die pralle Sonne oder auf die Heizung, das mag das Material nicht.
KI-BildLeuchtenBIBS Colour GLOW
Rundes Schild, runder Sauger, leuchtender Griff – der dänische Klassiker geht in die Nachtschicht.
KI-BildLeuchtenFRIGG Mondphase Leucht-Schnuller
Mondphasen auf dem Schild, Naturkautschuk im Mund – und nachts leuchten Griff und Knauf.
KI-BildLeuchtenMAM Original Night Fuchs & Mond
Ein Fuchs, ein Mond und ein Knopf, der im Dunkeln leuchtet – der Schnuller, der nachts von selbst gefunden werden will.
KI-BildLeuchtenNUK Space Day & Night (4er-Set)
Frosch und Löwe im Schichtdienst: zwei Schnuller für den Tag, zwei, die nachts leuchten.
Das Baby verliert ständig den Schnuller – was tun?
Erst mal: Damit bist du nicht allein, und für das Kindstod-Risiko ist das laut BIÖG kein Problem. Schwierig wird es erst, wenn dein Baby davon aufwacht und ohne Schnuller nicht mehr einschläft. Ein paar Ideen aus der Praxis:
- Wach? Dann darfst du helfen. Die Regel „nicht zurückschieben“ gilt für das schlafende Kind. Wacht dein Baby auf und sucht den Schnuller, kannst du ihn ihm wieder anbieten.
- Leuchtschnuller nutzen: Er spart dir die Taschenlampe und das grelle Deckenlicht, das alle munter macht.
- Selbst greifen lernen lassen: Laut BIÖG greifen Babys mit etwa vier bis fünf Monaten gezielt nach Dingen in ihrer Reichweite, mit sieben bis acht Monaten werden die Finger geschickter. Viele Kinder finden ihren Schnuller dann irgendwann selbst. Leg ihm seine Hand ruhig mal auf den Schnuller, damit es den Weg kennenlernt – das ist ein Elterntipp, keine Fachempfehlung.
- Keine Bastellösungen: Den Schnuller nicht mit Bändern am Schlafsack, an Kuscheltieren oder am Bett festmachen – das widerspricht den Regeln für ein leeres, sicheres Bett.
- Ersatz in Reichweite – für dich: Ein sauberer Ersatzschnuller in einer Box auf dem Nachttisch erspart dir das Suchen unter dem Bett.
- Größe prüfen: Passt der Schnuller noch zum Alter? Infos im Ratgeber Schnuller-Größen und Formen.
Und wenn das nächtliche Schnullerballett nach dem ersten Geburtstag weitergeht: Das BIÖG empfiehlt, den Schnuller nach dem ersten Lebensjahr möglichst nicht mehr zu verwenden. Vielleicht ist das der Moment für den Ratgeber Schnuller abgewöhnen.
Quellen
kindergesundheit-info.de (BIÖG): Senkt ein Schnuller beim Schlafen das Risiko des plötzlichen Kindstodes?, Vorbeugung Kindstod (14.09.2024), Sicherheitsregeln (04.09.2024), Die Greifentwicklung des Säuglings · familienplanung.de (BIÖG): Plötzlicher Kindstod (16.06.2025) · Schmid KM et al.: The effect of pacifier sucking on orofacial structures, Progress in Orthodontics 2018 · DIN Media: DIN EN 1400:2018-11 · Wikipedia: Phosphoreszenz, Strontiumaluminat · zm-online: MAM Leuchtschnuller (Herstellerangabe) · Philips Avent: Gebrauchsanleitung (Herstellerangabe).
Häufige Fragen
Soll ich meinem Baby zum Schlafen einen Schnuller geben?
Du kannst. Laut BIÖG gibt es Hinweise, dass ein Schnuller beim Einschlafen das Risiko des plötzlichen Kindstods senken kann. Er sollte dann bei jedem Einschlafen angeboten, aber nie aufgedrängt werden. Ohne Schnuller ist das Risiko nicht erhöht.
Muss ich den Schnuller wieder reinstecken, wenn er herausfällt?
Nein. Fällt er im Schlaf heraus, schiebst du ihn nicht zurück – das ist laut BIÖG unproblematisch. Wacht dein Baby auf und sucht ihn, kannst du ihn wieder anbieten.
Darf die Schnullerkette mit ins Bett?
Nein. Der Schnuller darf im Schlaf weder am Hals noch an der Kleidung befestigt sein, weil Strangulationsgefahr besteht.
Sind nachtleuchtende Schnuller sicher?
Für sie gilt dieselbe Schnullernorm EN 1400 wie für alle anderen. Das Leuchtpigment sitzt im Knopf oder Griff, bei MAM etwa im Schnullerknopf. Achte auf die Normangabe und die üblichen Checks vor jedem Gebrauch.



